Kommentar zu den Überlegungen der Stadt Osnabrück, Gelder für die Busbeschleunigung für die Mehrkosten des Neumarktumbaus zu verwenden.
Kommentar zu den Überlegungen der Stadt Osnabrück, Gelder für die Busbeschleunigung für die Mehrkosten des Neumarktumbaus zu verwenden.
Zum Neumarkt als zentralem Busbahnhof, den alle Linien aus Stadt und Landkreis und den Nachbargemeinden aus dem Altkreis Tecklenburg anfahren, kann Osnabrück keinen Alternative anbieten: Es gibt in der Stadt keinen vergleichsweise großen und zentralen und damit geeigneten Platz. Die Vereinbarung der Ratsmehrheit, die Verbindung zwischen Martinistraße und Berliner Platz dem motorisierten Individualverkehr zu entziehen, war kommunalpolitisch nur durch die Entscheidung zu befrieden, dass zur Strafe auch jeder Bus in Ost - Westrichtung einen etwa 5 Minuten dauernden Umweg um den Neumarkt herum einlegen muss - eine knapp vierstellige Buszahl jeden Tag. Die Umgestaltung des Neumarktes und die Umfahrung durch den Busverkehr kostet viele Millionen, die die Stadt gar nicht hat und auch nur bedingt an Fördermitteln eintreiben kann. Aktuelle Erkenntnisse gehen von rund 36.000 Millionen Euro aus - aus Steuergeldern der Bürger finanziert, Steuergelder, von denen heute niemand verbindlich sagen kann, ob sie jemals fließen werden. Der Kompromiss des Neumarktfriedens ist einer um seiner selbst Willen: Eine aus Bürgersicht vernünftige Entscheidung zu treffen, spielte bislang beständig keine Rolle.
Wem es vergönnt ist, etwa 40 Jahre zurück zu denken, erinnert sich, dass es - Fördermitteln sei Dank - seinerzeit in Osnabrück außerhalb des Wallrings weitflächig elektronische Vorrangschaltungen für Linienbusse an Lichtsignalanlagen gab. Gegenüber heute waren die Fahrzeiten der Busse trotz sehr viel schwächerer Dieselmotoren um 20% und teils mehr kürzer als heute. Entsprechend weniger Busse und Fahrer wurden benötigt. Nach und nach wurde der Busvorrang von der jeweiligen Ratsmehrheit immer weiter bis inzwischen längst gegen Null zurückgefahren. Seit rund 30 Jahren betonen Ratsmehrheiten dagegen, ihren wäre ein geringerer Zuschussbedarf zum Busverkehr willkommen. Und auch Busbeschleunigung, bei der Busse hauptsächlich an Stationen zum Fahrgastwechsel anhalten, nicht aber von jeder Lichtsignalanlage ausgebremst werden, sei permanent ein Thema, was unübersehbar durch konsequente Tatenlosigkeit begleitet wird.
Nun sollte es aber doch ein Töpfchen geben, mit dem die Friedensstadt an die beinahe vergessene Busbeschleunigung anknüpfen wollte. Das Töpfchen beinhaltet einen Geldbetrag von nur wenigen Prozent der bereits heute absehbaren Kostenerhöhung für die weitstreckig busfreie Neumarktumgestaltung. Aber bürgerfremde Kompromisse haben ihren Preis. Und so steht aktuell an, neben anderen die für Busbeschleunigung und damit Kostensenkung vorgesehenen Mittel zur Deckung der Kostenexplosion beim Rückbau des Neumarktes als zentralem Busbahnhof umzuschichten. Darüber wird der Stadtrat in seinem ihm vom Wähler entgegengebrachten Vertrauen in den kommenden Tagen entscheiden.
Die entsprechende Beschlussvorlage
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